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Sehenswertes

Kapelle des Heiligen Antonius

Das Wahrzeichen von Altbüron ist die frühbarocke St. Antonius-Kapelle. Auf einem sanften Hügel liegend ist sie schon von weitem aus allen Richtungen sichtbar.
Wie bei kaum einem anderen Sakralbau des Luzerner Hinterlandes ist die Geschichte der Kapelle geprägt von den konfessionellen Gegensätzen, die das Leben in diesem Grenzgebiet über Jahrhunderte bestimmten.
Zum Schutz vor Unwettern errichteten die Altbürer 1683 unter schweren finanziellen Opfern die Antoniuskapelle. Das Gemälde des Hochaltars zeigt den Heiligen Antonius von Padua mit dem Jesuskind auf dem Arm. Auf einer Votivtafel an der Rückwand ist der Raubzug der Berner Truppen im Zweiten Villmergerkrieg 1712 in Altbüron dargestellt. Durch das Eingreifen des Schutzheiligen sollen diese an der Verwüstung und Plünderung des Dorfes gehindert worden sein.
Das in den Jahren 1973/74 umfassend restaurierte Kirchlein, ein bauliches Schmuckstück, ist auch heute noch eine oft aufgesuchte Stätte zur inneren Einkehr und eine bekannte Hochzeitskapelle. Hin und wieder finden auch klassische Konzerte statt.

Öffnungszeiten    Sommer: 08.00 - 20.00 Uhr     Winter: 08.00 - 17.00 Uhr  
Verwaltung Edith Stadelmann-Wermelinger      079 564 39 40  

Die Wässermatten

Die Wässermatten an Langete, Rot und Oenz bilden eine einmalige Kulturlandschaft.
Das Wasser wird aus Bächen und Gräben auf die Wiesen geleitet. Dabei steht nicht die Bewässerung an sich im Vordergrund, sondern die Düngewirkung, welche die im Wasser mitgeführten Schwebstoffe entfalten. Gewässert wird in den Matten zwischen Altbüron und Melchnau seit Jahrhunderten. Diese Bewirtschaftungsform war einst weit verbreitet und geht auf das Kloster St. Urban zurück.
Heute wird in der Schweiz praktisch nur noch im Rot-, Langete- und Oenztal gewässert. Meist wird das Wasser dabei nach alter Tradition mit "Schwellen" aus dem Hauptbach in die Wässermatten abgezweigt. Dort wird es bei Bedarf mit kleinen Stauwerken, den "Brütschen", angestaut und mittels kleiner Gräben auf die Matten verteilt.
Für die Wässermatten zwischen Altbüron und Melchnau wird das Wasser zur Hauptsache aus der Rot abgezweigt. Wohl deshalb ist ihr Lauf bis heute weitgehend unbegradigt geblieben. Damit möglichst der ganze Talboden gewässert werden konnte wurde sie unter anderem bei der Flue quer durchs Tal zum anderen Talhang geleitet.
Die Rottaler Wässermatten sind gleichzeitig eine Kulturlandschaft und ein sehr wertvoller Lebensraum. Hier leben zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Die Zugvögel legen hier auf ihrem Durchzug gerne einen Zwischenhalt ein. Im Sommer können gelegentlich Störche auf der Nahrungssuche beobachtet werden.

Keine Bahnlinie, aber ein Eisenbahntunnel

Altbüron liegt an keiner Bahnstrecke, hat aber kurioserweise einen Bahndamm mit einem Tunnelportal.
Zu Beginn der 1870er Jahre wurde die Schweiz von einem wahren Eisenbahnboom erfasst. Die Euphorie machte die Bahngesellschaften blind, sie investierten ohne Zusicherungen und begannen einen ruinösen Bau-Wettlauf. Mit fatalen Folgen: Wer nicht genügend finanzielles Durchhaltevermögen hatte, musste aufgeben.
Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71 nabelte Frankreich von der Gotthardroute von Basel nach Luzern ab. Die Schweizerische Centralbahn plante eine Neubaustrecke von Langenthal nach Wauwil. Für den Abschnitt Altbüron - Ebersecken lies die Centralbahn 1874 von beiden Seiten her einen Tunnel vorantreiben, der im Endausbau 2010 Meter lang werden sollte. Doch die Hochkonjunktur nach dem Krieg riss bereits 1875 wieder ab, eine lähmende Krise trat ein. Die Bahngesellschaften waren besonders hart davon betroffen und die Schweizerische Centralbahn gab ihr Projekt einer Bahnlinie von Langenthal nach Wauwil auf.
Geblieben ist als wichtiger Zeitzeuge der Staltentunnel in Altbüron, der 1314 Meter lang ausgebrochen ist und auf einer Länge von 427 Metern mit Jurastein voll ausgemauert wurde. Heute dient dieser Eisenbahntunnel als Trinkwasserreservoir für die Gemeinde Altbüron und stellt damit eine der bemerkenswertesten Wasserversorgungen der Schweiz dar.
Teile des Bahndamms, die Unterführung der damaligen Staltenstrasse und die Aufschüttungen für die Bahnhofsanlage sind noch heute gut zu erkennen. Auf dem Gelände der Bahnhofsanlage im Ängelgehr befinden sich seit 1999 die Hiltbrunnenhalle und zwei Fussballfelder.

Trinkwasser aus dem Eisenbahntunnel

Bis etwa 1950 wurde die Wasserversorgung in Altbüron, wie es damals in dieser Gegend und im Jura üblich war, durch in Sandstein getriebene Brunnenstollen gewährleistet. Ende der 1940er Jahre herrschte eine grosse Trockenheit, so dass zahlreiche Brunnen versiegten. Eine Wasserversorgung wurde notwendig, doch woher sollte das Wasser kommen?
Mit der Wiederentdeckung des Tunnels kam es zu einem regelrechten Umbruch. Im vergessenen und fast zugewachsenen Altbüroner Eisenbahntunnel hatte sich über Jahrzehnte eine riesige Menge Wasser angesammelt, einwandfreies Trinkwasser, wie Analysen des kantonalen Gewässserschutzamtes ergaben. Mit dieser Entdeckung begann die Realisation einer in der Schweiz wohl einzigartigen Wasserfassung.
Die Personalkorporation Altbüron übernahm die Aufgabe der Wasserversorgung. 1951/52 erstellte sie im Eisenbahntunnel eine Wasserfassung mit Reservoir und Pumpenhaus, die zum Kernstück der Wasserversorgung der Gemeinde wurde. Ca. 5'000 m3, 5 Millionen Liter bestes Quellwasser lagern in einem teilweise ausgebauten und nie in Betrieb  genommenen Eisenbahntunnel und versorgen die Bewohner der Gemeinde täglich mit frischem Trinkwasser.